Landesinfo

Myanmar, Union, amtlich Pye Tawngsu Myanma Naingngan, Kurzform Myanma Pye, früher Birma, englisch Burma, Republik in Südostasien.

Das Staatsgebiet grenzt im Nordosten an China, Laos und Thailand, im Süden an das Andamanische Meer und im Westen an den Golf von Bengalen, Bangladesh und Indien. Der Küstenraum wird auch Untermyanmar, das Landesinnere Obermyanmar genannt. Die Gesamtfläche des Landes umfasst 676 552 Quadratkilometer. (im Vergleich, Deutschland ist ca. 357000 Quadratkilometer groß)

Die einheimische Bevölkerung besteht zu über zwei Drittel aus Birmanen. Daneben bewohnen das Land noch mehrere einheimische Minderheiten mit jeweils eigener Sprache und Kultur. Die zahlenmäßig bedeutendsten darunter sind die Shan (neun Pr)ozent), die Karen (sieben Prozent), die Mon (zwei Prozent), die Chin bzw. Tschin (zwei Prozent) und die Kachin bzw. Katschin (zwei Prozent). Jede dieser Gruppen bildet einen eigenen, zum Teil autonomen Staat. Die mit den Thai verwandten Shan leben vorwiegend an der Grenze zu Thailand; die Karen in Untermyanmar. Die Mon oder Mon-Khmer, die erste ethnische Gruppe, deren Einwanderung nach Myanmar bekannt war, haben ihren Hauptsiedlungsraum im Deltagebiet des Irawadi und vermischen sich allmählich mit der dort lebenden birmanischen Mehrheit.

Die mit ethnischen Gruppen des benachbarten indischen Bundesstaates Assam verwandten Chin sind in den Bergländern im Nordwesten des Landes angesiedelt und leben in erster Linie vom Fischfang und von der Jagd. In der Chin-Gesellschaft werden die einzelnen Gruppen von absoluten Herrschern regiert, die gewöhnlich auch die obersten Priester der traditionellen Religion sind. Die Kachin, ein Bergvolk, leben vorwiegend im äußersten Norden Myanmars an der chinesischen Grenze und sind mit den Chinesen verwandt. Das Herrschertum ist bei ihnen erbrechtlich geregelt. Außerdem gibt es in der birmanischen Bevölkerung noch bedeutende, aus Indien und China eingewanderte Minderheiten, darunter vor allem die Rohingya, die vier Prozent der Bevölkerung stellen.

Die Einwohnerzahl Myanmars beträgt etwa 42,5 Millionen (2003), woraus sich eine Bevölkerungsdichte von 63 Einwohnern pro Quadratkilometer ergibt, eine der geringsten in Südostasien. Die Bevölkerung lebt zu 72 Prozent in ländlichen Gebieten; die meisten städtischen Gebiete sind im Grunde größere Dörfer, die von der Landwirtschaft leben. Die Lebenserwartung beträgt durchschnittlich 55,8 Jahre.

Die birmanische Geschichte beginnt mit der Einwanderung der Birmanen im 8. Jahrhundert. Eine erste Blütezeit dauert bis zur Eroberung Birmas 1278 durch die Mongolen. Birma, Shan und Mon kämpften in den folgenden Jahrhunderten um die Vorherrschaft, die Konbauung-Dynastie einigte 1752 das Reich unter Vormacht der Birmanen. Britische Truppen eroberten 1866 das Land, 1943 wurde Birma unabhängig. 1962 übernahm das Militär die Macht, seitdem wird Birma unter starker militärischer Kontrolle regiert.

Das Ergebniss der Wahlen vom 27.05.1990 wurde vom Militär nicht anerkannt, da die NLD (Nationale Liga für Demokratie) unter Auung San Suu Kyi die Wahl mit 82 % der Parlamentssitze gewann. Auung San Suu Kyi wurde 1991 für ihre Oppositionstätigkeit mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet und steht seit den Wahlen fast ununterbochen unter Hausarrest durch das Militär.

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