von Ahlen/Deutschland nach Algeciras/Spanien

f73-Route-1-950

1. von Ahlen/Deutschland nach Algeciras/Spanien

Ahlen – Mühlheim – Mühlhausen – Belford – Lyon – Marseille – Perpignon – Port Boue – Barcelona – Valencis – Murcia – Almeria – Malaga – Ronda – Algeciras

Am 2. April 1972 brachen wir gegen 9:00 Uhr von Ahlen zu unserer Reise auf. Bis auf einen kurzen Abstecher nach Düsseldorf, wo wir noch ein letztes fehlendes Visum für den Libanon abholen mussten, fuhren wir auf den kürzesten Weg in Richtung Französische Grenze bis nach Mühlheim. Die Grenze nach Frankreich überquerten wir erst am darauf folgenden Tag, nachdem wir die erste, total durchgefrorene Nacht im Auto verbracht hatten. Wir hatten immerhin erst den 2. April, und das Wetter war dementsprechend. In Frankreich besuchten wir bei Ronchamp, in der Nähe von Belfort, einearchitektonisch sehr ausgefallene Wallfahrtskapelle. Das außergewöhnliche an dieser Kapelle war neben der äußeren Erscheinung das vom Architekten hervorragend genutzte, einfallende Tageslicht innerhalb der Kapelle. Von Ronchamp fuhren wir über Lyon nach Marseille. Unterwegs machten wir einen kurzen Abstecher nach Avignon, um die riesige auf einen Berg stehende Befestigungsanlage zu besuchen. Das Wetter war allerdings so schlecht, dass wir schon bald weiter fuhren. Am Ende der landschaftlich schönen Autostrasse kamen wir gegen Mittag bei herrlichem Sonnenschein in Marseille an. Ein kurzer Stadtbummel, einige Fotos und wir fuhren weiter in Richtung Sete, über den, das Mittelmeer von dem See Tau trennenden Damm in Richtung Französisch-Spanische Grenze. Als Fahrtroute hatten wir uns den mständlicheren, aber auch bedeutend schöneren Weg über die Mittelmeer-Küstenstrasse ausgesucht. Die spanische Grenze bei Fort Bou konnten wir erst nach einigem Hin und Her mit der Guarda Civilia passieren. Abenteuerlich wie wir uns vorkamen, hatten wir ein Fahrtenmesser am Hosengürtel befestigt, welches auch sofort als feststehendes, in Spanien nicht erlaubtes Messer erkannt wurde. Nach längerem Wortwechsel konnten wir, nachdem das Messer zu unserem Essgeschirr verstaut wurde, endlich die Grenze passieren und fuhren entlang der Costa Brava in Richtung Barcelonaweiter. Ab Arenys de Mar fuhren wir über die Autostrasse bis nach Barcelona. Wie bereits in Frankreich mussten wir für die Benutzung der Autostrasse eine für unsere Verhältnisse nicht ganz billige Gebühr entrichten. Wer mit dem Auto nach Spanien fährt ist nicht zu beneiden. Die in Deutschland selbstverständliche Verkehrsregeln konnte man getrost zur Hälfte vergessen. Das wichtigste fanden wir waren die Hände, die Hupe und die Blinkanlage, sowie viel Selbstvertrauen. Aber letztendlich haben wir Barcelona unfallfrei hinter uns gelassen. In Barcelona hatten wir dann noch das seltene Vergnügen eine Fahrschulprüfung mitzuerleben. Die Fahrschulprüfung, welches man schon als Volksfest mit fast 100 Prüflingen nebst Angehörigen ansehen konnte, bestätigte unseren Wunsch nur darin, Barcelona möglichst schnell unfallfrei zu verlassen. Wir sind dann weiter an der Küste entlang bis Torreblanca gefahren, wo wir dann einen offenen Campingplatz fanden. Da die Saison noch nicht angefangen war, brauchten wir für die 2 Übernachtungstage nicht zu bezahlen. Über Valencia, Murcia, Almeria, vorbei an alten Wasseraquadukten aus der Römerzeit, fuhren wir weiter bis Malaga. Fast die gesamte Küstenstrasse besteht hier aus Kurven und Steigungen. Man muss sehr konzentriert fahren, wobei uns die spanische Küstenstrasse bis hier, bis auf einige Ausnahmen, nicht allzu sehr gefallen hat. Die ganze Küste besteht fast nur aus nebeneinander liegenden Hotels und Pensionen. Von den großen, weiten Stränden, von denen wir geträumt hatten, keine Spur. Also beschlossen wir die Küstenstrasse zu verlassen und kurz hinter Marbella zu der geteilten Stadt Ronda ins Landesinnere zufahren. Ronda wird durch eine tiefe Schlucht in einen christlichen und einen maurischen Stadtteil geteilt. Bei der kurzen Verweilzeit konnten wir jedoch keine nennenswerte Unterschiede zwischen den beiden Stadtteilen feststellen. Das für uns imponierenste war die Ansicht der geteilten Stadt vom Grunde der Schlucht aus gesehen. Nach dem Besuch Rondas fuhren wir weiter auf den kürzesten Weg nach Algeciras. Dieserkürzeste Weg war allerdings auch die kurvenreichste, mit Geröll und Schlaglöchern übersäte Strasse, welche wir bis dahin befahren hatten. Da wir in Algeciras früh ankamen besorgten wir uns schnell die Schiffskarten für die Überfahrt nach Ceuta und fuhren anschließend zum Baden zu dem etwa 40 km entfernt gelegenen Tarifa. Dort fanden wir endlich den Strand, den wir uns erträumt hatten. Sand, Sand soweit das Auge reichte, und keine Menschenseele zu sehen. Nach einem ausgiebigem Badetag führen wir abends wieder nach Algeciras, um auf keinen Fall am anderen Morgen die Fähre nach Ceuta zu versäumen.

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Wallfahrtskapelle bei Ronchamp

Wallfahrtskapelle bei Ronchamp

Marseille

Marseille

Festung bei Avignon

Festung bei Avignon

Camping unterwegs

Camping unterwegs

Wasseraquädukt

Wasseraquädukt

Ronda

Ronda

unsere ersten Palmen :-)

unsere ersten Palmen 🙂

...unterwegs

…unterwegs

kurz vor der Überfahrt nach Afrika

kurz vor der Überfahrt nach Afrika

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