von Alexandropolis/Griechenland nach El Qamishliye/Syrien

f73-Route-5-950

5. von Alexandropolis/Griechenland nach El Qamishliye/Syrien

Alexandropolis – Dardanellenenge – Canakkale – Troja – Pergamon – Izmir – Ephesus – Denizili – Pamukkale – Antala – Mersin – Adana – Kilis – Azaz – Aleppo – Hama – Homs – Tall Kalakh – Damaskus – Zahle – Beirut – Saida – Tripoli – Baalbeck – Quteifa – El Qaryatein –  Palmyre – Bir Humaime – Meyadin – Deir ez Zar – El Haseke – El Qamishliye

Frühmorgens überschritten wir die Grenze zur Türkei und brachten die längste Zollkontrolle auf unserer bisherigen Tour hinter uns. Wir hatten dann Glück und erwischten in Canakkale sofort eine Autofähre, womit wir für wenig Geld die Dardanellen-Enge überquerten. Nach der Schiffsübersetzung fuhren wir zuerst einmal nach Troja. Von Troja hatten wir uns, aufgrund der bekannten Geschichten und Sagen, mehr vorgestellt. Leider war das Wenige, welches von Troja übergeblieben ist, für uns so depremierend, das wir nach dem Museumsbesuch, schnell weiter fuhren. Selbst im Museum begegneten wir dem Kitsch von nachgemachten Konstruktionsplänen des Trojanischen Pferdes in allen erdenklichen Ausführungen. Also fuhren wir von Troja über Pergamon weiter nach Ephesus. Von Pergamon hatten wir uns auch mehr versprochen. Trotz der vielen Sehenswürdigkeiten wirkte dort alles verkommen und verschludert. In Ephesus dagegen hat es uns sehr gut gefallen. Leider hatten wir, aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit den türkischen Ruinenstätten, keinen Fotoapparat mitgenommen. Leider. Ephesus gehört unserer Meinung nach zu den sehenswertesten und schönsten Ruinenfeldern überhaupt. Von Ephesus ging es über Denizli nach Pamukkale. Pamukkale war eine antike Badestadt der Römer gewesen, welche sich durch seine heißen Wasserquellen auszeichnete. Das Wasser, welches sehr kalkhaltig ist, wird durch lange Kanäle zu den Tret- und Badebecken geleitet und hat im Laufe der Jahre im Kalksteinfelsen riesige Wasserterassen gebildet. Ein wunderbarer Anblick. Nachdem wir die heißen Quellen für unsere Kleiderwäsche richtig ausgenutzt hatten, ging es weiter, entlang eines wunderschönen Mittelmeerstrandes, zur syrischen Grenze. Nach einigen Zollformalitäten überschritten wir die Grenze bei Kilis. Von der syrischen Grenzstadt Azar führte uns unser erster Weg nach Aleppo. Dort wollten wir die berühmte, gleichnamige Zitadelle besuchen. Leider war diese geschlossen und wir konnten nur die äußeren Abmaße bestaunen. Das nächste Reiseziel war Hama, die Stadt der Gärten und der riesigen Bewässerungsanlagen. Überall hört man dort das Singen der großen hölzernen Wasserräder, welche Norias genannt werden. Diese werden von dem Wind und von der Strömung angetrieben und fördern das Wasser über große Aquadukte zu den Gärten und Feldern. Über Hama fuhren wir dann weiter zum „Chrak de Chevalliier“, einer riesigen Befestigungsanlage der früheren Kreuzritter. Als wir von dort zur syrisch-libanesischen Grenze kamen, hatten wir Pech. Aufgrund politischer Streitigkeiten war die Grenze geschlossen. Eine Ausnahmegenehmigung für den Libanon gab es nur in Damaskus. Also fuhren wir dort hin. Nach vielem Hin und Her bekamen wir nach zwei Tagen die Genehmigung. Trotz der nervenzermürbenden Wartezeit verbrachten wir interessante Tage in Damaskus. Wir hatten das große Glück, das uns ein Syrer während der Hauptgebetszeit durch die große Omayad-Moschee schleuste. Gottseihdank sah man uns den „Touristen“ nicht mehr sofort an. Trotzdem waren wir mehr als erleichtert, nachdem wir die Moschee wieder unbeschädigt verlassen hatten. In Sachen Religion sind die Syrer sehr fanatisch. Wir sind dann auch bald wieder in Richtung libanesischer Grenze gefahren, welche wir diesmal mit Hilfe der Ausnahmegenehmigung ohne Schwierigkeiten passieren konnten. Unser erster Weg im Libanon führte uns zur Hauptstadt, nach Beirut. Dort sollte unsere Post aus der Heimat postlagernd hinterlegt sein. Unterwegs dorthin gingen uns die dauernden Milizkontrollen auf die Nerven. Überall Soldaten hinter ausgebauten MG-Ständen. Da überkam einem schon mal das kalte Frösteln. Nachdem wir die Post geschlossen vorfanden fuhren wir erst einmal weiter in Richtung Mittelmeerstrand, nach Byblos. Da uns der Campingplatz zu teuer und zu überfüllt war, übernachteten wir ohne Probleme am Strand. Am anderen Morgen ging es dann wieder zurück nach Beirut. Nachdem wir die lang ersehnte Post abgeholt hatten, machten wir uns auf die Suche nach der Tschecheslowakischen Botschaft. Wir wollten dort unser noch fehlendes Visum für die Rückfahrt durch die Tschecheslowakei besorgen. Dabei begingen wir den Fehler, einen von den überall herumstehenden, bewaffneten Strassenposten nach dem Weg zu fragen. Zu unserer Überraschung führte uns dieser zu einer kleinen Holzhütte, wo man uns erst einmal, ohne Begründung festnahm und einsperrte. Wie wir später feststellten waren wir bei einer sogenannten „zivilen“ Polizeistelle oder ähnlichem gelandet. Erst nach stundenlangen und endlosen Verhören erkannte man die harmlosen Touristen in uns und ließ uns wieder frei. Wir verließen dann fast fluchtartig, ohne unser Visum, die Hauptstadt Beirut und fuhren hinaus nach Saida. Als uns dann kurz vor Saida, bei einer weiteren Milizkontrolle ein Taxi auf unseren stehendem Wagen auffuhr, stand unser Entschluss fest: So schnell wie möglich wieder aus dem Libanon heraus und zurück nach Syrien. Dem Taxifahrer nahmen wir allerdings noch sein gesamtes Bargeld für unsere Autoreparatur ab. Leider nur ein paar Mark. Der restliche Tag verging durch die notdürftige Reparatur am wagen. Anderntags fuhren wir entlang der Küste über Tripoli zu den Jeita-Grotten. Nach dem Besuch der Grotten, riesige Tropfsteinhöhlen, fuhren wir zurück über Beirut nach Baalbeck. Baalbeck besticht durch seine sehr gut erhaltenen Tempelanlagen, in denen gerade eine Festspielbühne aufgebaut wurde, und durch seine ungeheuer großen Tempelsäulen. Nach einem interessanten Besuch ging es dann aber doch endgültig zurück über die Grenze nach Syrien. Die Grenze konnten wir auch diesmal mit Hilfe unserer Sondergenehmigung schnell passieren. Auf dem Weg nach Damaskus fuhren wir weiter über Wüstenpiste nach der ehemaligen Stadt Palmyre. Palmyre muss eine Stadt von riesigen Ausmaßen gewesen sein. Selbst die halb im Sand verdeckten Überreste ließen die ehemalige Größe erahnen. Beeindruckend für uns waren die rund um die Stadt erbauten mehrstöckigen Türme, welche sich nach genauem Hinsehen als Grabstätten herausstellten. Von Palmyre wollten wir die Wüstenpiste ME7 nach Deir ez Zor fahren. Zu unserem Pech verfehlten wir unterwegs einmal eine Pistenabzweigung und fanden uns nach einiger Zeit mitten in der Wüste wieder. Wir hatten uns verfahren, eine Piste war nicht mehr erkennbar. Mit Hilfe des Kompasses fanden wir dann aber eine Ölpipeline und folgten dieser bis zur Pumpenstation T2, welche Gottseidank besetzt war. Dort zeigte man uns dann die richtigen Reifenspuren, sprich Pistenstrecke. Eigentlich wollten wir noch das „Duros Europos“, eine alte Ruinenstadt am Euphrat besuchen. Der Tag Wüstenfahrt hatte uns aber so geschafft, das wir bis Deir ez Zor fuhren, dort den Euphrat überquerten, und uns direkt an der Strasse, hinter einer kleinen Sanddüne zur Ruhe legen wollten. Daraus wurde dann aber nichts. Unter abenteuerlichen Umständen bekamen wir eine Einladung von dem dortigen Polizeikommandeur welcher gerade Besuch von einem höheren Armeeoffizier hatte. Man war an unserer Haltung zu Israel sehr interessiert. Nach ausgiebigen Teegenuss und einer geschenkten Schachtel Zigaretten wurden wir, schwer bewaffnet wie wir abgeholt worden waren, wieder zu unserem Schlafplatz zurückeskortiert. Man machte uns hierbei klar, das wir während unserer gesamten Reise durch Syrien beobachtet worden waren und das wir uns bei unseren „wilden“ Übernachtungen keinerlei Sorgen machen brauchten. An unseren Aufenthalt in Syrien werden wir wohl immer durch die Gastfreundschaft, die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung und durch das preiswerte Leben dort, erinnert werden. Erwähnt werden sollte noch, das wir in Syrien eine Durchschnittstemperatur von 42 Grad C hatten, wobei es während der Wüstenstrapaze wohl noch einige Grade mehr waren. Wir fuhren dann mit sehr angenehmen Erinnerungen von Deir ez Zor weiter in Richtung Türkei. Die syrische Grenze überschritten wir bei El Qamishliye.

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Pamukkale

Pamukkale

amukkale

Pamukkale, 1973 konnte man sich dort noch waschen und baden 🙂

die noch unverbaute türkische Mittelmeerküste

die noch unverbaute türkische Mittelmeerküste

Zitadelle in Aleppo

Zitadelle in Aleppo / Syrien

Zitadelle in Aleppo

Zitadelle in Aleppo

in Aleppo

in Aleppo

..."Schilderwald" unterwegs...

…“Schilderwald“ unterwegs…

Chrak de Chevalliier

Chrak de Chevalliier

"Norias" (wasserräder) in Hama

„Norias“ (wasserräder) in Hama

"Norias" (wasserräder) in Hama

„Norias“ (wasserräder) in Hama

Omayad-Moschee in Damaskus

Omayad-Moschee in Damaskus

 

Abendstimmung an der Mittelmeerküste im Libanon

Abendstimmung an der Mittelmeerküste im Libanon

Abendstimmung an der Küste

Abendstimmung an der Küste

Festungsanlage in Tripoli

Festungsanlage in Tripoli

Jeitta Grotten

Jeitta Grotten

Baalbeck

Baalbeck

...wieder unterwegs in Syrien

…wieder unterwegs in Syrien

73-Syrien-18-550

Palmyre

Palmyre

Palmyre

 

...quer durch die syrische Wüste...

…quer durch die syrische Wüste…

Brücke über den Euphrat bei Deir ez Zor

Brücke über den Euphrat bei Deir ez Zor

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