von Algeciras/Spanien nach La Golette/Tunesien

f73-Route-2-950

2. von Algeciras/Spanien nach La Golette/Tunesien

Tetouan – Tanger – Larache – Rabat – Marrakech – Azilal – Meknes – Moulay Idris – Volubilis – Fes – Taza – Oujda – Tlemcen – Oran – Tenes – Algier – Lagouat – Ghardaia – Ouargla – Touggourt – El Oued – Biskra – Rhoufi – Timgad – Constantine – Annaba – Souk Ahras – Beja – Tunis – Cathago – La Golette

Nach einer kurzen Pass- und Zollkontrolle konnten wir mit unserem Wagen auf die Fähre fahren. Die Überfahrt war zwar kalt und neblig, aber für uns ein großes Erlebnis. Sollten wir doch jetzt den Sprung von Europa nach Afrika machen. In Ceuta angekommen sollte man sich auf jedenfall mit neuen Vorräten versehen. Benzin, Lebensmittel und Alkohol sind Dank der Freihandelszone außerordentlich billig. Weiter sind wir auf dem schnellsten Weg zur marokkanischen Grenze gefahren, welche wir nach Abschluss einer Auto-Haftpflichtversicherung, der Visakontrolle sowie einer Schachtel deutscher Zigaretten schnell passieren konnten. Über Tetouan fuhren wir unserem ersten Reiseziel in Nordafrika, nämlich Tanger, entgegen. Von Tanger hatten wir uns aufgrund vieler Erzählungen und Geschichten sehr viel versprochen. Schnell fanden wir in der Nähe einen Campingplatz, wo wir uns für die Nacht anmelden konnten. In Marokko sollte man, um den dauernden Belästigungen und Betteleien zu entgehen, unbedingt einen geschützten Campingplatz aufsuchen. In Tanger sind wir dann erst einmal zur Kasbah (Markt) gegangen um einen ersten Einblick in orientalische Gewohnheiten zu bekommen. Auf einen der vielen Lebensmittelständen welche wir aufsuchten, wurde uns zum erstenmal von einem alten arabischen Händler Marihuana zum mitrauchen angeboten. Überhaupt (nicht wegen dem Marihuana) schien uns die Altstadt von Tanger noch viel von seinem ehemaligen Freihafencharakter behalten zu haben. Unter anderem wurde uns bereits am ersten Abend eine Pistole zum Kauf angeboten. Nach kurzem Aufenthalt in Tanger fuhren wir entlang der Atlantik-Küstenstrasse nach Rabat, der Hauptstadt von Marokko und einer der vier Königsstädten. Unterwegs besuchten wir kurz vor Larache´das römische Ruinenfeld Lixus. In Rabat angekommen verfehlten wir den Campingplatz und fanden erst bei Temara, einen 20 km entfernt gelegenen Badeort, einen Liegeplatz. Am anderen Morgen fuhren wir dann sehr früh nach Rabat hinein und konnten so die allmorgendliche Flaggenparade und den Wachwechsel bewundern. Ein wunderbarer, farbenfroher Anblick. Anschließend besuchten wir mit Hilfe eines schnell besorgten Stadtplanes einige wichtige und interessanten Sehenswürdigkeiten, wie die Kasbah, den Hassan-Turm, eine Koranschule und die Gärten von Chellah. Nachdem wir Rabat nach drei Tagen fast vollständig durchstreift hatten, fuhren wir weiter in Richtung Marrakeck. Was uns auf dieser Fahrtstrecke nervte, waren die dauernden, gefährlich aussehenden Polizeikontrollen. Uns ließ man allerdings, unschwer als Ausländer erkennbar, immer sehr schnell weiterfahren. Marrakech ist unserer Meinung nach die interessanteste der vier Königsstädte. Besonders der El-Fna-Platz hatte es uns angetan und uns immer wieder in seinem Bann gezogen. Der Platz, eingerahmt von kleinen Bazarhütten, ist zu jeder Zeit ein Treffpunkt der Gaukler, Märchenerzähler und Schlangenbeschwörer. Ein besonderes Erlebnis ist der Besuch bei Dunkelheit, wenn sich das ganze treiben im Schein der kleinen, aufgestellten Lampen abspielt. Allerdings steht die Medina den El-Fna-Platz in keiner weise nach. Der Besuch dort ist ein unbedingtes Muss für jeden Besucher. Wir sind stunden- nein tagelang durch die Medina gestreift und haben immer wieder etwas Neues, Sehenswertes und Fremdes entdeckt. Die Rundfahrt mit einer kutsche am letzten Tag in Marrakech enttäuschte uns. Hier stand der Fahrpreis in keiner Realation zu dem gezeigten. Das bestätigte uns nur darin, das man Marrakech, und besonders die Medina am besten auf Schusters Rappen durchquert. Mit leichtem Wehmut nahmen wir Abschied von Marrakech und machten uns aquf den Weg nach Meknes, der dritten Königsstadt auf unserer Route. Hinter Tamelet fuhren wir von der Hauptstrasse herunter und nahmen den weg durch das Atlas-Gebirge. Auf Bergpisten bewegten wir uns langsam bis Azilal weiter. Bei Azilal wollten wir uns die Wasserfälle von Ouzoud ansehen. Nachdem wir einen halben Tag gesucht hatten, und uns auch die Einheimischen nicht weiterhelfen konnten oder wollten, fuhren wir bei Beni Mellal wieder auf die Hauptstrasse und kamen Dank der gut ausgebauten Strasse schnell nach Meknes. Meknes, die Stadt der riesigen Tore und Mauern, machte auf uns im Vergleich zu den beiden vorherigen Königsstädte einen sehr ruhigen Eindruck. Nach der Hektik der letzten Tage ein sehr angenehmes Gefühl. Hier lohnt sich der Aufenthalt allein schon wegen des sehr schönen Campingplatzes. Obwohl Meknes nicht gerade eine Touristenhochburg ist, hat es doch, abgesehen von der Neustadt, viel Sehenswerte zu bieten. Von dem Sultan Moulay Ismail wurde Meknes zu einer einzigartig befestigten Stadt ausgebaut. Selbst die Gärten und viele Wohnungen wurden durch große Mauern geschützt. Unbedingt besuchen muss man die noch sehr gut erhaltenen Lagerhallen und die dort angrenzenden Pferdestallungen. Die Pferdestallungen allein sollten für 10.000 Pferde erbaut worden sein. Die manchmal wunderschönen, alten Stadttore kann man gar nicht verfehlen. Wenn man Glück hat darf man die Medersa Buanania, eine Koranschule, besuchen und dort die feinen Mosaikarbeiten bewundern. Die Grabstätte von Moulay Ismail darf man als Andersgläubiger bis zum Vorhof besuchen, so dass man noch sehr schöne Fotoaufnahmen machen kann. Nachdem wir, mittlerweile war es Ostern geworden, die Feiertage noch in Meknes verbracht hatten, wollten wir zur letzten der vier Königsstädte aufbrechen, nach Fes. Auf dem Weg nach Fes besuchten wir noch die für Moslems Heilige Stadt Moulay Idriss und die Ruinen von Volubilis. Die Heilige Stadt konnten wir als Christen nur bis zum Sonnenuntergang besuchen. Nirgendwo in Marokko soll es so viele „direkte Nachkommen“ des Propheten Mohammeds geben, wie dort. Der Heilige Bezirk innerhalb der Stadt war für uns ganz tabu, so das wir nur unter größter Vorsicht einige Bilder durch das absperrende Tor hindurch machen konnten. Von der Heiligen Stadt fuhren wir dann nach Volubilis. Volubilis war die westlichste Stadt, welche von den Römern erbaut wurde. Von dort fuhren wir dann weiter und kamen schließlich nach Fes. Fes, die älteste der vier Königsstädte ist heute wichtiges Handelszentrum und das wichtigste Kultur- und Geisteszentrum von Marokko. Trotz der vielen Universitäten hat sich im Leben der Bewohner anscheinend nicht viel geändert. Das Hauptleben spielt sich wie eh und jeh in den riesigen Souks ab. Diese, wohl reichsten Marokkos, sollte man mit einem Führer besuchen. Nur so hat man die Gewähr, aus den vielen verschachtelten Gängen wieder heil herauszukommen und dabei noch viele Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Nur kurz erwähnt sei hier die alte Koranschule, die Teppichpaläste sowie die einzelnen Vierteln der Handwerker. Die Gerbereien muss man, trotz des dort herrschenden bestialischen Gestanks, unbedingt besuchen. Nach dem Besuch der Mellah (Judenviertel) haben wir dann irgendwann Fes verlassen und uns auf den Weg nach Algerien gemacht. Nachdem wir Taza und Oujda hinter uns gelassen hatten, erreichten wir schließlich die algerische Grenze. Nach kleinen Verständigungsproblemen und nach Abschluss einer neuen KFZ-Versicherung für Algerien fuhren wir weiter nach Tlemcen. Nachdem wir die Ruinen von Mansourah besucht und einige Einladungen zum 1.Mai-Umzug ausgeschlagen hatten, kamen wir nach Oran. Die Mittelmeerstadt Oran erschien uns im Gegensatz zu den besuchten marokkanischen Städten als sehr europäisch eingestellt. Dort besuchten wir dann den Mai-Umzug. Nach einigen Stunden fuhren wir dann über Tenes weiter nach Algier. Unterwegs hatten wir das Vergnügen eine Fantasia zum Ersten Mai zu erleben und zu fotografieren. Erwähnt werden sollte hier unbedingt noch die als gut ausgebaut beschriebene, aber in Piste ausartende Küstenstrasse. So schlecht die Strasse war, so schön war allerdings die Landschaft. Die ideale Gegend um Strandurlaub zu machen. In Tenes wurden wir bei einem Stadtbummel von Einheimischen zu einer 1-Mai-Feier eingeladen. So kamen wir in den Genuss von algerischer Gastfreundschaft und algerischem Bier. Nachdem wir am anderen Morgen von einigen Fischerjungen, welche uns Fische von ihrem Morgenfang schenkten, geweckt wurden, fuhren wir mit Katerstimmung und vier aufgelesenen Trampern nach Algier. Nach einem ausgiebigen Besuch und viel Spaß in Algier brachen wir einige Tage später zu unserer „Wüstenfahrt“ auf. Beim durchqueren des Tell-Atlas-Gebirges kam es zu einer ersten nervlichen Belastungsprobe zwischen Fahrer und Beifahrer. Als Beifahrer sollte man auf keinen Fall zu viel Kritik üben. Bevor es allerdings zu Handgreiflichkeiten kam, trafen wir nach längerer Zeit wieder einen deutschen Camper. Dieser schloss sich mit seinem Wagen uns an. Im Sahara-Atlas-Gebiet bekamen wir dann die ersten Sandausläufer der Wüste zu spüren. Ansonsten bestand dieser Teil der Wüste nur aus sehr viel Staub, Geröll und Einöde. Über Djelfa, Laghouat wollten wir nach Ghardaia fahren. Als wir in Ghardaia auf eine Campingplatz übernachteten (wegen der Duschmöglichkeit) bekamen wir die Ausläufer eines kleinen Sandsturmes zu spüren. Man fühlte und schmeckte nur noch Sand und wir waren froh, nur den Ausläufer des Sandsturms mitzuerleben. Das sehenswerteste an Ghardaia ist seine riesige, grüne Oase. In dieser riesigen, öden Steinwüste scheint es wie an ein Märchen zu grenzen, wenn man diese grüne Pracht sieht. Einmalig schön, – und nicht in dieser Steinöde zu erwarten. Nach einer gründlichen Wageninspektion fuhren wir zu unserem nächsten Reiseziel in der Wüste, nach Touggourd. Bis Ouargla wurden wir mit der eigendlichen Sandwüste kaum konfrontiert. Aber dann ging es los. Sand, Sand und nochmals Sand. Allerdings waren die Strassen noch sehr gut befahrbar, welches sich aber hinter Touggourd schlagartig änderte. Als unser, immer noch hinter uns herfahrender Campingbusfahrer die Sandstrecke sah, drehte er um und ließ uns auf den Rest des Weges im Stich. Für die nun folgende Sandstrecke, welche bis nach El Oued ging und nur 95 km lag war, benötigten wir einen ganzen Tag. Zweimal kamen wir nur mit Hilfe der sehr hilfsbereiten einheimischen LKW-Fahrer aus dem Sand wieder frei. Stundenlang mussten wir auf Sandpflüge (wie in Deutschland auf Schneepflüge) warten, welche die vor uns im Sand festgefahrenen Autos wieder herausholten und die Strasse wieder befahrbar machten. Dank unserer breiten Reifen und unseres manchmal brutalen Fahrstils kamen wir fast immer mit eigener Kraft durch den Sand. Unsere Sandschaufeln waren allerdings fast immer im Einsatz. Endlich hatten wir es geschafft und wir sahen die Oase El Oued vor uns liegen. Nach stundenlanger, beschwerlicher Wüstenfahrt kam uns El Oued wie ein Geschenk des Himmels vor. Unser erster Weg war dann auch ein Hotel, wo wir uns mit gut gekühltem Bier erfrischen konnten. Bier und andere alkoholische Getränke bekommt man in Algerien nur in Hotels und Restaurants. Wir waren überrascht, dass unsere Ankunft bereits angekündigt worden war. Einige Einheimische Kraftfahrer, welche uns unterwegs geholfen oder auch nur gesehen hatten, waren vor uns angekommen und uns bereits als „Ausländer“ angekündigt. Mit einem Rückblick auf die uns seltsam anmutenden Hausdächer der Oase verließen wir anderntags El Oued und fuhren in Richtung Constantine weiter. Nach einigen Stunden verließen wir die sandwüste und unser Weg führte uns mitten durch die Salzseen Melrhir und Merouane nach Biskra. Obwohl Biskra eine sehr schöne Oase sein sollte, hielten wir uns nicht lange auf und fuhren durch das Aures-Gebirge nach Timgad. Das Aures-Gebirge war eine wahre Fundgrube für uns. Einmal fühlte man sich in den uns nicht bekannten amerikanischen Grand Canon versetzt, zum anderen fanden wir jede Menge seltener Steine und Drusen. In Timgad besuchten wir das größte römische Ruinenfeld von Nordafrika. Die Größe des Ruinenfeldes lässt sich nur mit dem italienischen Pompeji vergleichen. Über Batna fuhren wir weiter nach Constantine. Von dort über Annaba nach Seraidi, wo wir Bleikristalle suchen wollten. Da wir keine fanden und die Zeit langsam drängte, machten wir uns auf den Weg nach Tunesien. Nachdem wir in Souk Ahras unser letztes algerisches Geld ausgegeben hatten, fuhren wir über eine grauenhaft ausgebaute Strasse zur Grenze. Nach Abschluss der obligatorischen, neuen KFZ-Versicherung ging es dann auf den kürzesten Weg nach Tunis. In Tunis besorgten wir uns zuerst einmal die Tickets für die Schiffsübersetzung nach Italien. Wir hatten Glück, das Schiff sollte schon in 3 Tagen von La Golette nach Genua fahren. Die drei Tage vergingen in Tunesien wie im Flug. Nachdem wir die alten Hafenanlagen von Chartago besucht hatten, trafen wir in Tunis die Tramper, welche uns bereits in Algerien längere Zeit begleitet hatten, wieder. Den Rest der Tage verbrachten wir dann nur noch gemeinsam auf unser Schiff wartend in den Strassencafes von Tunis.

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Überfahrt nach Ceuta

Überfahrt nach Ceuta

in Tanger

in Tanger / Marokko

Wachwechsel am Hassan-Turm in Rabat

Wachwechsel am Hassan-Turm in Rabat / Marokko

...unterwegs auf den Strassen

 auf den Strassen in Marokko
Wasserverkäufer in Marrakech

Wasserverkäufer in Marrakech

El Fna Platz in Marrakeck

El Fna Platz in Marrakech

in Marrakech

in Marrakech

Stadttor von Meknes

Stadttor von Meknes

in Meknes (Schmiede)

in Meknes (Schmiede)

Medersa Buanania in Meknes

Medersa Buanania in Meknes

die alten Wasserzisternen in Meknes

die alten Wasserzisternen in Meknes

die alten Pferdestallungen in Meknes

die alten Pferdestallungen in Meknes

Markttag, unterwegs in Marokko

Markttag, unterwegs in Marokko

zur Grabstätte Moulay Ismail

zur Grabstätte Moulay Ismail

Volubilis

Volubilis

Volubilis

Volubilis

Fes
Fes
Gerberei in Fes

Gerberei in Fes

in den Souks von Fes

in den Souks von Fes

Ruine von Mansourath bei Tlemcen / Algerien

Ruine von Mansourath bei Tlemcen / Algerien

Beduinenmarkt unterwegs in Algerien

Beduinenmarkt unterwegs in Algerien

beim 1.Mai-Umzug un Oran / Algerien

beim 1.Mai-Umzug un Oran / Algerien

entlang der Küstenstrasse nach Algier

entlang der Küstenstrasse nach Algier

Hauptpostamt in Algier

Hauptpostamt in Algier

auf dem Weg in die Sahara :-)

auf dem Weg in die Sahara 🙂

Sahara, entlang der Strasse

Sahara, entlang der Strasse
Kontakt mit den Nomaden

Kontakt mit den Nomaden

El Oued / Algerien

El Oued / Algerien

Fahrt durch das Aures-Gebirge

Übernachtung unter Palmen in El Oued

Oase in der Wüste

Oase in der Wüste

...durch das Aures-Gebirge

…durch das Aures-Gebirge
...durch das Aures-Gebirge

…durch das Aures-Gebirge

Cartago / Tunesien

Cartago / Tunesien

am Strand von La Golette / Tunesien

am Strand von La Golette / Tunesien

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