von El Qamishliye/Syrien nach Edirne/Türkei

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6. von El Qamishliye/Syrien nach Edirne/Türkei

El Qamishliye – Nusaybin – Diyarbakir – Van – Patnos – Agri – Dougbayazit – Mäku – Tabriz – Nehävand – Hamadan – Kermanshan – Susa – Ahvaz – Ramshir – Bandae e Shapur – Behbahan – Kazerun – Shiraz – Persepolis – Esfahan – Qom – Teheran – Shahsavar – Qazvin – Zanjän – Mäku – Agri – Trabzon – Samsun – Merzifon – Ankara – Izmit – Istanbul – Edirne

An der türkischen Grenze, bei Nusaybin, gab es dann wieder einmal Schwierigkeiten. Nach einer mehr als gründlichen Hasch-Durchsuchung verlangte man von uns ein gültiges „Carnet de Passage“. Normalerweise, so war es auch bei der ersten Einreise, ist das Carnet in der Türkei für Deutsche nicht notwendig. Aber wir hatten zum Glück noch einige von diesen Papieren in Reserve, so das wir den Schikanen der Zollbehörde begegnen konnten. Und so setzten wir schimpfend unseren Weg in Richtung Van-See fort. Kurz vor Mardin begegneten wir wieder einmal den in der Türkei fast überall üblichen Straßenbaumethoden. Man schiebt hierbei über eine alte vorhandene Wegstrecke eine manchmal bis ein Meter hohe Schotterschicht, darüber etwas teer und fertig ist die Strasse. Auf so einer Schotterstrecke sind wir dann von einem Baustellenfahrzeug so weit zum Schotterrand gedrängt worden, das der Wagen die meterhohe Schotterböschung abrutschte und drohte umzukippen. Nach mehreren vergeblichen Befreiungsversuchen konnten wir uns einige Stunden später doch noch retten und fuhren bis zur nächsten Möglichkeit seitlich der Strasse weiter. Als wir dann irgendwann am Van-See ankamen, trafen wir seit langer Zeit wieder einmal deutsch sprechende Menschen. Mit einer Gruppe Schweizer-Landsleuten verbrachten wir einen sehr „feuchten“ Abend. Anderntags fuhren wir dann auf den kürzesten Weg zur persischen Grenze. Nach stundenlanger Wartezeit, erzeugt durch einen Grenzinspektion und damit verbundenen Schließung der türkischen Grenze, konnten wir nur mit viel Frechheit einen schnellen Grenzdurchlass erreichen. Nach einigen Formalitäten und Abschluss einer neuen KFZ-Versicherung waren wir in Persien, bzw. neuerdings Iran genannt. Jetzt ging es weiter über Tabriz und Hamadan nach Kermanshan. Immer mit einem Auge auf der Jagd nach preiswerten Perserbrücken. In Kermanshan kauften wir dann unsere erste, echte Perserbrücke. Von Kermanshan führte uns der Weg weiter nach Susa. Als eine der wichtigsten Städte der „Frühkultur“ enttäuschte uns Susa im Hinblick auf Sehenswürdigkeiten aus seiner großen Vergangenheit. Von Susa ging es dann weiter, entlang der kilometerlangen Erdölpipeline in Richtung Persischer Golf. Kurz vor Bandar Shapur, einen Erdölhafen am Persischen Golf, fanden wir in der riesigen Einöde eine herrliche Bademöglichkeit. Das Ergebnis nach einem Tag Baden war, das wir vier Tage benötigten, um unseren Sonnenbrand einigermaßen ertragbar auszukurieren. Bei 45 Grad im Schatten (Woher nur den Schatten nehmen) war dieses eigendlich auch kein Wunder gewesen. Als wir uns dann in Bandar Shapur den Hafen ansehen wollten, kamen wir leider nur bis zum zweiten Hafenkontrollpunkt. Weiter durften wir in den Hafen, trotz gutem Zureden, nicht eindringen. Wir sind dann entlang des Golfes weiter über Behbahan, Kazeun, Schiraz nach Persepolis gefahren. Persepolis, die alte Kaiserstadt war die Reise wert gewesen. Die Zelte von der Jahrtausendfeier des Schahs waren noch aufgebaut gewesen. Überall fand man die manchmal riesigen Steinreliefs aus altpersischer Zeit. Von Persepolis sind wir weiter nach Naghsh Rostam gefahren. Dort konnten wir die Felsengräber der früheren Großkönige bestaunen. Übernachtet haben wir dort in einem kleinen Ruinenfeld, wo wir uns die Mühe und das Vergnügen machten, von den Felsmalereien einige Schriftproben abzukopieren. Weiter fuhren wir von Persepolis über Esfahan und der Heiligen Stadt Qom nach Theheran. Qom bestach durch seine weithin sichtbaren, vergoldeten Moscheekuppeln. In Teheran angekommen besorgten wir uns als erstes unsere immer noch fehlenden Visa für die Balkanländer. Einmal begingen wir in Teheran den Wahnsinn, uns einem alten, einheimischen Taxifahrer anzuvertrauen. Da wir aber noch keine Selbstmordgedanken hegten verließen wir nach kurzer Fahrzeit fluchtartig unser Taxi. Von nun an gingen wir lieber zu Fuß oder fuhren mit dem eigenen Wagen durch den Hexenkessel von Teheran. Nach einigen schönen und interessanten Tagen verließen wir Teheran und fuhren weiter zum Kasbischen Meer, wo wir uns die Zeit mit Baden und Faulenzen vertrieben. Nach einigen Tagen hielt uns dort aber nichts mehr und wir machten uns auf den Rückweg zur türkischen Grenze. Die Grenze passierten wir wie bereits bei der einreise ohne Zwischenfälle. Über sehr schlechte wegstrecken fuhren wir dann in Richtung Schwarzes Meer. Zwischen Trabzon und Samsun, die für uns schönste Strecke am türkischen Schwarzen Meer, bekamen wir noch die Gastfreundlichkeit der türkischen Bevölkerung zu spüren. Häufig wurden wir als Deutsche zum Essen und Trinken eingeladen. Aber auch diese angenehme Zeit (auch für unseren mittlerweile kleineren Geldbeutel) ging vorüber und wir fuhren über Ankara und Izmit nach Istanbul. In Istanbul sind wir noch als einige der letzten Autofahrer, kurz vor Einweihung der neuerbauten Bosporusbrücke, mit der Autofähre über den Bosporus gefahren. Istanbul hat uns ausnehmend gut gefallen. Die Moscheen und Paläste sowie die Altstadt sind den Besuch wert gewesen. Obwohl uns bis zu diesem Zeitpunkt der Reise bereits des Öfteren Hasch angeboten wurde, machten wir in Istanbul erstmals unsere Erfahrung mit Haschisch. Ohne irgendeine Wirkung. Übernachtet wurde auf einem großen Parkplatzrondell vor der Blauen Moschee, welcher von vielen Reiselustigen als eine Art geduldeter Campingplatz gesehen wurde. In Istanbul fanden wir mit vielen Touristen und Einheimischen schnell Kontakt. Als man uns allerdings nach einigen Tagen allzu aufdringlich als „Haschkuriere“ anwerben wollten, verließen wir Istanbul ganz still und heimlich. Von Istanbul fuhren wir dann über Corlu nach Edirne, unserer letzten Station in der Türkei. Nach einem kurzen, letzten Besuch des dortigen Bazars fuhren wir weiter in Richtung bulgarischer Grenze.

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Zwischenstop am Van-See in der Türkei

am Strassenrand in Anatolien

am Strassenrand in Anatolien

Richtung persische (iranische) Grenze

Richtung persische (iranische) Grenze

der Berg Ararat an der türkisch / persischen Grenze

der Berg Ararat an der türkisch / persischen Grenze

...Richtung Persischer Golf

…Richtung Persischer Golf

...Kurz vor Bandar Shahpur

…Kurz vor Bandar Shahpur

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...Badestelle bei 45 Grad C im Schatten

…Badestelle bei 45 Grad C im Schatten

in der "Rosenstadt" Shiraz

in der „Rosenstadt“ Shiraz

Persepolis

Persepolis

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Persepolis

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Felsengräber Naghsh Rostam

Felsengräber Naghsh Rostam

in der "Heiligen Stadt" Qom

in der „Heiligen Stadt“ Qom

...unterwegs

…unterwegs

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…kurz vorm Kasbischen Meer

…wir hatten kaum noch Geld und den letzten Film eingelegt. Die Lust ans fotografieren ließ auch mit jedem Tag nach. Leider, leider aber nicht mehr zu ändern.

Istanbul, Blaue Moschee

Istanbul, Blaue Moschee

Blick von der Galata Brücke

Blick von der Galata Brücke

 

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