von La Golette/Tunesien nach Kempten/Deutschland

f73-Route-3

3. von La Golette/Tunesien nach Kempten/Deutschland

La Golette – Genua – Pisa –  Florenz – Rom – St. Marino – Ravenna – Venedig – Verona – Trient – Innsbruck – Kempten

Endlich war es soweit, nach einer laschen Passkontrolle durch die tunesischen Zollbeamten waren wir auf dem Schiff angekommen. Dort erwartete uns jedoch eine große Überraschung. Keiner von uns hatte daran gedacht, das die Passage ohne Verpflegung war, das wir nicht mehr an unser Auto kamen und das auf dem Schiff nur mit Lira bezahlt werden konnte. Wir fanden dann aber doch noch einen Schiffsoffizier, der uns etwas von unserem persischen Geld in Lira umtauschte. Wahrscheinlich ließ er sich durch die Höhe des Geldscheines blenden, denn wir bekamen fast den dreifachen Kurswert von ihm zurück. Überhaupt hatten wir großes Glück, das das Schiff nicht ganz ausgebucht war. Schlafen sollten wir nämlich, als billigste Touristenklasse, unter freiem Himmel auf Deck. Dank der mäßig besetzten Erste Klasseräume konnten wir uns dort heimlich niederlassen und auch die sanitären Einrichtungen benutzen. So sind wir nach einer Nacht auf See am anderen Tag spät abends in Genua eingetroffen. Wir fuhren vom Schiff herunter und waren über die nicht stattgefundenen Kontrollen überrascht. Was hätten wir nicht alles schmuggeln können, wenn wir das gewusst hätten. Die Nacht verbrachten wir mit zwei anderen, deutschen Landsleuten, welche wir auf dem Schiff kennengelernt hatten, in Genua. Am anderen Tag war die wichtigste Tätigkeit für uns, unsere Reisepässe mit den Visumanträgen nach Deutschland zur syrischen Konsulatsvertretung zu schicken. Wir wollten diese dann in Deutschland nur noch abholen und weiter in Richtung Syrien fahren. Nach missglücktem Versuch neue Benzingutscheine für Italien zu bekommen, machten wir uns auf den Weg Italien etwas kennen zu lernen. Unser erster Weg führte uns also nach Pisa, wo wir den obligatorischen „Schiefen Turm“ besichtigten. Von dort ging es über Florenz weiter nach Rom. Im Gegensatz zu den erlebten nordafrikanischen Stränden konnten wir uns nur sehr schwer an die zugebaute Küstenstrasse bis nach Rom gewöhnen. In Rom kamen wir Gottseidank an einem Sonntag an. So war der Verkehr einigermaßen gut zu ertragen. Unser Weg führte uns direkt zum Vatikan, wo wir den Petersdom besichtigten. Allerdings gefiel uns der ganze Trubel auf dem Vatikangelände nicht. Uns kam das alles wie ein groß angelegter Touristennepp vor. Unser nächstes Ziel führte uns über den Tiber zum italienischen Nationaldenkmal, dem Altar des Vaterlandes. Dort ließen wir unseren Wagen stehen und besuchten das Kolosseum. Leider konnten wir dort nur einen sehr kleinen Bereich besichtigen. Wenn man jedoch vor den riesigen Fassaden steht und sich vorstellt, das diese einmal alle mit Marmor verkleidet waren, muss man den „Alten Römern“ einfach noch nachträglich Respekt zollen. Wir unternahmen dann noch einige Streifzüge zum Konstantinsbogen, zur Trajansäule und zum Forum Romanum. Nachdem wir dann genug „alte Baudenkmale und Ruinen“ gesehen hatten, fuhren wir weiter in Richtung Venedig. Unterwegs besuchten wir noch den kleinen Freistaat San Marino. Als wir schließlich einen dicht besiedelten Industriegürtel passiert hatten, waren wir auf einmal in Venedig. „Venedig sehen und Sterben“ muss vor langer Zeit aktuell gewesen sein. Trotz schöner Baudenkmale und wunderschönen, idyllischen Ecken, machte Venedig, wenigstens von Außen, einen verfallenen und unsauberen Eindruck. Als wir nach langem Fußmarsch unser Auto wieder gefunden hatten, wegen der Parkplatznot innerhalb Venedigs hatten wir diesen weit außerhalb abgestellt, fuhren wir über Verona, Trient auf kürzesten Weg zur österreichischen Grenze. Österreich konnten wir schnell passieren. Allerdings waren wir über die noch schneebedeckten Berggipfel erstaunt. Darauf waren wir, aus Afrika kommend, nicht vorbereitet. Die Grenze nach Deutschland passierten wir ohne Schwierigkeiten und so führte uns unser erster Weg nach Kempten im Allgäu. Dort sollten unsere Reisepässe mit den fehlenden Visumeinträgen hinterlegt sein. Außerdem erwarteten wir dort unser restliches Reisegeld, welches aus der Heimat angewiesen wurde. Das Geld bekamen wir mit einem riesigen Verpflegungspaket (Mutter dachte wahrscheinlich, wir wären halb verhungert) binnen kurzer Zeit. Unsere Reisepässe ließen allerdings auf sich warten. Nach mehrmaligen telefonischen Anfragen beim Konsulat bekamen wir diese doch endlich, jedoch 14 tage später wie erwartet. Die Wartezeit vertrieben wir uns mit Wageninspektionen und kurzen Tagestouren. Auf einer dieser Tagestouren besuchten wir die herrlich gelegene Breitachklamm. Wir waren dann aber doch froh, endlich die Reisepapiere zu bekommen. So kurz vor der Heimat, im Vergleich zu der Länge unserer Reiseroute, bekamen wir doch mit jedem Tag längerer Wartezeit, Heimweh.

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Dom Santa Maria Assunta mit dem "Schiefen Turm" in Pisa

Dom Santa Maria Assunta mit dem „Schiefen Turm“ in Pisa

Dom Santa Maria Assunta in Pisa

Dom Santa Maria Assunta in Pisa

der "schiefe Turm" in Pisa

der „schiefe Turm“ in Pisa

73-Italien-17-550

auf dem Petersplatz in Rom

auf dem Petersplatz in Rom

auf dem Petersplatz in Rom

auf dem Petersplatz in Rom

Kolloseum in Rom

Kolosseum in Rom

Kolloseum in Rom

Kolosseum in Rom

Nationaldenkmal in Rom

Nationaldenkmal in Rom

Freistaat San Marino

Freistaat San Marino

Venedig

Venedig

Venedig

Venedig

Venedig

Venedig

Venedig

Venedig

Transit durch Österreich

Transit durch Österreich

Transit durch Österreich

Transit durch Österreich

unser Zwischenstop bei Kempten

unser Zwischenstop bei Kempten

 

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